Landesverband
der Saatkartoffel-Erzeuger-
Vereinigungen in Bayern e.V.
SKV


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Gründung
Verbandsleitung
Aufgaben-Tätigkeit
Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Gründung

Im Jahr 1946 wurde auf Initiative der Herren Dr. Wittmann, Griesbeck, Karg und Grassl der Landesverband der Saatkartoffel-Erzeugervereinigungen in Bayern e.V. gegründet. In großem Weitblick erkannten sie die Notwendigkeit eines Spezialverbandes für die Pflanzkartoffelerzeugung in Bayern. Durch den Verlust der deutschen Ostgebiete nach dem Ende des 2. Weltkrieges sollte der Kartoffelanbau – insbesondere der Pflanzkartoffelanbau – eine besondere Bedeutung für die bayerische Landwirtschaft erlangen.

Die Verbandsgründer wussten, dass die Bereitstellung gesunden Pflanzgutes die unabdingbare Voraussetzung für jeden wirtschaftlichen Kartoffelbau und somit die Voraussetzung für den Aufbau und die Entwicklung einer ausgewogenen bayerischen Kartoffelwirtschaft ist. So war es auch nicht von ungefähr, dass alle der Pflanzkartoffelproduktion beteiligten Kreise in einem Landesverband zusammengefasst wurden.

Am 19.2.1946 wurde Dr. Franz Wittmann vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten zum kommissarischen Vorsitzenden des Landesverbandes berufen und am 15.4.1947 erhielt der Verband die offizielle Zulassung durch das Bayerische Staatsministerium.

Dr. Wittmann hatte gleichzeitig auch noch den Vorsitz des Landesverbandes der Feldsaatenerzeuger in Bayern e.V. und des Verbandes Bayerischer Pflanzenzüchter e.V. inne. Ihm ist die Schaffung eines gemeinsamen Verwaltungsbüros der Bayerischen Pflanzenzucht- und Saatbauverbände in München, gleichsam als "Bayerisches Saatbauzentrum", sowie eine solide finanzielle Grundlage desselben zu verdanken.


Verbandsleitung

Vorstand

1. Vorsitzender:

Dr. Franz Wittmann, Oberhaunstadt

1946 – 1948 (kommis)

Dr. Franz Wittmann, Oberhaunstadt

1948 – 1965

Wilhelm v. Günther, Ottengrün

1965 – 1970

Karl Egle, Edelshausen

1970 – 1988

Leonhard Sauerbeck, Wassermungenau

1988

Sebastian Kuchenbaur, Achsheim

1988 – 2007

Johann Niedermeier, Schaidham

2007 - 2012

Helmut Meier, Aschheim

ab 2012

2. Vorsitzender/
Stellvertreter

Georg Escorfier, Brunn bei Emskirchen

1948 – 1951

Wilhelm v. Günther, Ottengrün

1951 – 1965

Josef Augustin, Stelzhof

1965 – 1970

Leonhard Sauerbeck, Wassermungenau

1970 – 1988

Fritz Hammer

1988 – 1996

Max Steinherr, Oberhausen

1991 – 2002

Thomas Bauer

1996 – 2002

Johann Schießl, Nabburg

2002 – 2007

Johann Niedermeier, Schaidham

2002 – 2007

Johann Sauerbeck, Wassermungenau

2007 – 2009

Martin Moosheimer, Weichering

ab 2007

Werner Heyder, Windsbach

ab 2009

Seit 1991 gibt es zwei gleichberechtigte Stellvertreter des Vorsitzenden.

Geschäftsführer:

Georg Grassl

1946 – 1962

Willi Frhr. von La Roche

1962 – 1965

Dr. Erntst Sinzinger

1965 – 1972

Dr. Siegfried Weiß

1973 – 2003

Dr. Christian Augsburger

ab 2003


Aufgaben-Tätigkeit

Das Gründungsjahr des Verbandes fiel in eine Zeit der völligen Umstrukturierung des Kartoffelanbaues in Deutschland. Von der Pflanzkartoffelfläche der letzten Kriegsjahre lagen nur etwa 15 % in den drei Westzonen, die Kartoffelzüchtung befand sich damals zu 93 % in den Ostgebieten. Diese Verluste mussten in kürzester Zeit überbrückt werden, war die Kartoffel nach Kriegsende doch das wichtigste Grundnahrungsmittel. So stieg in Bayern der Kartoffelanbau Ende des 2. Weltkrieges von 264.000 ha auf 310.000 ha Mitte der 50er Jahre. Heute liegt der Anbau bei 45.000 ha. Während die Pflanzgutfläche 1945 in Bayern 6.770 ha betrug, stieg sie im Jahr 1948 auf 23.500 ha an.

Neben der grundsätzlichen Ausdehnung der bis Kriegsende in Bayern bedeutungslosen Pflanzkartoffelerzeugung in Bayern war es die erste, vordringlichste und schwierigste Aufgabe des Landesverbandes vor allem deren Qualität zu verbessern. Tatkräftig wurden diese Bemühungen durch die Bezirks-Saatkartoffel-Erzeugervereinigungen und die zuständigen staatlichen Beratungsstellen unterstützt. Hauptziel war die Erzeugung virusarmen Pflanzgutes und dessen Prüfung in den Landesherkunftsversuchen. Dem Landesverband gehören 9 Bezirks-SKV´s mit derzeit 520 Vermehrern an.

So wurden in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der früheren Bayerischen Landessaatzuchtanstalt, der heutigen Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, entscheidende Fortschritte in der Pflanzguterzeugung erzielt. Im Jahr 1949 wurde der Augenstecklingsprüfung bei Oberstufenpflanzgut als Anerkennungsvoraussetzung und 1954 ein Anbauverbot von Kartoffeln auf nematodenbefallenen Grundstücken eingeführt. Die eigentliche Nematodenverordnung wurde erst 1956 eingeführt. Schließlich fand 1956 auch der Igel-Lange-Test zur Ermittlung des Besatzes von blattrollkranken Knollen im Pflanzgut Anwendung. Im Jahr 1957/58 wurde der Augenstecklingsprüfung sogar auf zertifiziertes Pflanzgut ausgedehnt. 1982 wurde dann der Elisa-Test zur Virustestung eingeführt. Damit war das Ziel erreicht, das ganze bayerische Pflanzgut einer Prüfung auf innere Qualität zu unterziehen. Dies hatte zur Folge, dass bayerisches Pflanzgut bei seinen Abnehmern beliebt und gefragt war.

Daneben bemühte man sich auch um eine Verbesserung der Lagerhaltung und Kartoffelqualität im Konsumbereich schlechthin. Um diese Bemühungen zu intensivieren, wurde im Jahr 1957 der Bayerische Qualitätskontrolldienst für Kartoffeln gegründet, woran der Verband maßgeblich beteiligt war. Der Geschäftsbetrieb wurde über den Landesverband abgewickelt. Diese Aufgaben gingen im Jahr 1975 nach dessen Gründung auf das Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern LKP über. Der Landesverband konzentrierte sich nach der Gründung des LKP und der regionalen Erzeugerringe für Saat- und Pflanzgut verstärkt auf die Vertretung der wirtschaftlichen Interessen der Vermehrer, wohingegen die produktionstechnischen Fragestellungen von den Erzeugerringen übernommen wurden.

In der Zeit, als Wilhelm von Günther den Verbandsvorsitz führte, wurden die heute gültigen Saatgutgesetze verabschiedet. Hierbei galt es besonders schwerwiegende und weit reichende Entscheidungen zu treffen. Der Verband hat hierbei immer versucht, Verschärfungen von Bestimmungen entgegenzuwirken, wenn dies vertretbar war. Er hat aber auch verschiedene Regelungen unterstützt, die zur Verbesserung der Qualität von Pflanzgut geführt haben.

Unter dem Vorsitz von Karl Egle, der die Verbandsgeschicke von 1970 bis 1988 leitete, kam zu Beginn des Jahres 1973 auch der Landesverband Bayerischer Saatgetreideerzeuger-Vereinigungen e.V. zur Bürogemeinschaft der Bayerischen Pflanzenzucht- und Saatbauverbände hinzu und komplettierte das von Dr. Wittmann initiierte "Bayerische Saatbauzentrum". Zudem wurde gemeinsam mit den anderen Verbänden in diesem Jahr das Büro in der Elisabethstraße erworben und die Geschäftsstelle der Bayerischen Pflanzenzucht- und Saatbauverbände von der Leopoldstraße in die Elisabethstraße verlegt, wo die Verbände heute noch ihren Geschäftssitz haben.

In der 18-jährigen Amtszeit von Karl Egle setzte sich der Landesverband in einer Vielzahl von Themen, gesetzlichen wie vertraglichen Veränderungen für die Interessen der bayerischen Pflanzkartoffelvermehrer ein. Auch zahlreiche Initiativen des Landesverbandes fielen in diese Zeit. Einige dieser Themen in dieser Zeit waren: Maßnahmen zur Eindämmung des Schwarzhandels von Pflanzgut, Gründung des Werbefonds zur Förderung von Werbemaßnahmen für bayerisches Pflanzgut, Veränderungen bei der Pflanzkartoffel-Verordnung mit Einführung von drei Klassen (S, SE, E) bei Basis-Pflanzgut, Einführung des freiwilligen Herkunftsanbaus durch die Erzeugerringe für Saat- und Pflanzgut, Änderung des Vermehrungsvertrages mit Einführung eines Mengenvertrages, Erhaltung des Mindestpreissystems mit vertraglich abgesicherter Mindestvergütung für die Vermehrerleistung, Einführung einer Produkthaftpflichtversicherung für Pflanzkartoffeln.

Nicht weniger umfangreich waren die Aktivitäten des Landesverbandes unter der langjährigen Führung durch Sebastian Kuchenbaur, der gleichzeitig 16 Jahre Mitglied des Bayerischen Landtages war. Unter seinem Vorsitz konnte der Landesverband den Wegfall der Flächenlizenz im Jahr 2001 im Zusammenhang mit der Einführung der Nachbaugebühr durchsetzen. Die Weiterentwicklung des Stärkemodells für die verbindliche Um- und Durchsetzung der Vertragsbedingungen im Stärkemodell (Pflanzgutbezugspflicht, Bestellung bis 15.1. des Vorjahres) in Bayern war ein ständiges Thema. Großen Raum nahm auch der Einsatz für Erleichterungen bei der Umsetzung der EU-Richtlinie und der deutschen Leitlinie zu den Quarantänekrankheiten Ring- und Schleimfäule im Bundesministerium und den bayerischen Behörden (kontrollierter Nachbau) ein. Verbandsübergreifendes Thema seiner Tätigkeit war der Einsatz für die Erhaltung der Landesanstalten, insbesondere der Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau (Resolution zur Selbständigkeit der Landesanstalten von 27 Verbänden des Pflanzenbaus und 16 Verbänden der Tierzucht). Weitere wichtige Themen während des Vorsitzes von Sebastian Kuchenbaur waren die Loseverladung, Absatzsicherung, Absatzförderung durch Auslandskontakte und Absatzwerbung ( Werbefonds des Landesverbandes) , die Einführung einer Produkthaftpflichtversicherung zur Verminderung des Betriebsrisikos, die Unterstützung verschiedener Forschungsprojekte bei Kartoffelkrankheiten, Vertragsverhandlungen zum Vermehrungsvertrag 1991 sowie die Diskussion um Zentralisierung bzw. die Abschaffung der amtlichen Anerkennung. Sebastian Kuchenbaur führte auch lange Jahre des Vorsitz des Fachausschusses Kartoffeln im Bundesverbandes Deutscher Saatguterzeuger e.V.. Am 27. März 2007 wurde Sebastian Kuchenbaur zum Ehrenvorsitzenden des Landesverbandes ernannt. Am 10. April 2008 verstarb Sebastian Kuchenbaur.

Seit dem Jahr 2007 führt Johann Niedermeier den Vorsitz des Landesverbandes. Zu seinen ersten Aktivitäten noch als 2. Vorsitzender des Verbandes gehörten die Verhandlung des neuen Vermehrungsvortrages von 2006. In seiner noch kurzen Amtszeit setzte er sich vor allem für eine Verbesserung der Konditionen für die Vermehrung von Stärkepflanzgut in Bayern im Rahmen des Stärkemodells ein und setzt seit einigen Jahren als Mitglied der Fachkommission "Phyotsanitäre Fragen" in der Unika, deren Vorsitzender er mittlerweile auch ist, für die bayerischen Interessen in diesen Fragestellungen ein.

Neben diesen Verbandsaktivitäten führte der Verband seit 1970 zahlreiche Exkursionen in die umliegenden Nachbarstaaten, aber auch nach Nordafrika und in den letzten Jahren in die Ukraine (2003) und die USA (2008) durch.

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Von Anfang hatte der Landesverband die volle Unterstützung des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Die früheren Saatgutreferenten, die Ministerialräte Franz Müller, Georg Seyrer, Paul Thanner und Hans Teufel, haben viel zur guten Zusammenarbeit beigetragen und zeigten stets viel Verständnis für die Anliegen der Praxis. Auf diese Weise war es möglich, bei der Gesetzgebung Vermehrerinteressen zu berücksichtigen. Auch mit dem heutigen Abteilungsleiter, Ministerialrat Friedrich Mayer und dem Referatsleiter Dr. Stefan Gabler wird der gute Kontakt fortgesetzt.

Sehr eng und vertrauensvoll arbeitete der Verband auch mit der damaligen Bayerischen Landessaatzuchtanstalt, dem heutigen Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, zusammen. Hier sind zu nennen – wie schon oben erwähnt – die Anwendung der Augenstecklingsprüfung bei Oberstufenpflanzgut, Igel-Lange-Test, Augenstecklingsprüfung für Z-Pflanzgut, Einführung des ELISA-Testes, Einrichtung des In-Vitro-Labors für Kartoffeln mit Vermehrung von In-Vitro-Pflanzen. Diese Aufzählung verdeutlicht eindrucksvoll die besondere Zusammenarbeit in allen Fragen der Pflanzgutanerkennung, und hier insbesondere der Virustestung.

Große Verdienste erwarben sich dabei die damaligen Leiter der Kartoffelabteilung Dr. Bruno Arenz, Dr. Werner Hunnius, Dr. Manfred Munzert und Dr. Leonhard Hepting genauso wie der Verantwortliche der Saatenanerkennung, Dr. Klaus Kanzler. Mit dem derzeitigen Leiter des Sachgebietes Kartoffeln, Adolf Keller sowie dem Leiter der Saatenanerkennung Herbert Kupfer besteht ein ebenso gutes Verhältnis wie mit dem Präsidenten der Landesanstalt, Jakob Opperer, und dem Leiter des Institutes für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Dr. Peter Doleschel.

Besonders intensiv ist auch der Kontakt zu den Sachgebieten 2.1P an den Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, deren Verantwortliche gleichzeitig die Fachbetreuer der Bezirks-SKVs ausüben. Diese gelten als Schnittstelle zwischen dem Landesverband und den Vermehrern auf regionaler Ebene. Auf dieser Ebene findet auch die Zusammenarbeit mit den Erzeugerringen für Saat- und Pflanzgut statt. Mit der Einführung der Verbundberatung kommt den 2.1P-Stellen hier eine weitere Schlüsselrolle zu. Werden hier doch mit dem pflanzenbaulichen Versuchswesen staatlicherseits die fachlichen Grundlagen erarbeitet, die mittels der neu geschaffenen Verbundberatung zwischen dem LKP und den jeweiligen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der Praxis zugänglich gemacht werden sollen. Mit dem LKP pflegt der Verband seit jeher einen intensiven Kontakt.

Im Landesverband haben von Anfang an Vermehrer, Züchter und Vertragsfirmen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gepflegt. Dieses Zusammenwirken aller Marktpartner in Verbindung mit der staatlichen Beratung hat es ermöglicht, dass manche Probleme und Schwierigkeiten im wirtschaftlichen Bereich gemeistert werden konnten. Dies findet seinen Ausdruck darin, dass alle Marktpartner im Ausschuss des Landesverbandes, im Marktbeirat sowie im Werbefonds vertreten sind. In diesen Gremien werden seither alle anstehenden Fragen und Probleme, die von gegenseitigem Interesse sind, erörtert. Ebenso wird in der gemeinsamen Geschäftsstelle in München ein sehr partnerschaftliches Verhältnis zum Verband Bayerischer Pflanzenzüchter e.V. gehalten.

Auf überregionaler Ebene bringt sich der Landesverband in den Gremium des Bundesverbandes Deutscher Saatguterzeuger e.V. BDS ein, dessen Mitglied der Landesverband ist. Ebenso ist der Vorsitzende des Landesverbandes Mitglied im BDS-Vorstand, dem Leitungsgremium des Bundesverbandes. Auch in der im Jahr 2001 gegründeten Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. Unika wirken Vertreter des Landesverbandes in zwei Fachkommission mit.